Neumünster 19.02.2025 – Die Nachricht, dass sich die Fachhochschule Kiel mit ihrem Pflegestudiengang aus Neumünster zurückziehen wird, ist ein schwerer Schlag, mit dem allerdings seit Ende vergangenen Jahres zu rechnen war. Hierzu erklärt der Vorsitzender der Ratsfraktion der Bürger für Neumünster, Jürgen Joost:
„Es war der erklärte Wille der Politik wie auch der Stadtgesellschaft, dass Neumünster Hochschulstandort werden sollte. Die Fachhochschule Kiel hat sich dann letztlich auch für Neumünster als Standort für ihren Pflegestudiengang entschieden und diesen am FEK eingerichtet. Weitere Studienangebote im Bereich des Gesundheitswesens sollten folgen.
Seither muss in der Friesenstraße zwischen den Beteiligten vieles schiefgelaufen und ein bereits längerer Prozess der Entfremdung eingetreten sein, bis es am Ende zu einer Aufkündigung der Zusammenarbeit durch die FH gekommen ist. Möglicherweise haben andere Dinge wie die gescheiterte Übernahme des Klinikums Bad Bramstedt auf Seiten des FEK zu viel Aufmerksamkeit beansprucht und die Beziehungspflege zum Pflegestudiengang zu kurz kommen lassen.
Alleine der Umgang mit dem geplanten Bauvorhaben in Verantwortung des FEK, das zu viel zu hohen Kosten für die Stadt geführt hätte, war fragwürdig, weil man sich viel zu lange gegen eine kostengünstigere Umsetzung durch einen anderen Träger gewehrt hat. Die Bürgerfraktion hatte deshalb das Projekt aus Kostengründen in Frage gestellt, zwischenzeitlich hat sich dann auf politischen Druck eine vernünftigere Lösung abgezeichnet, diese ist jetzt leider obsolet.
Jetzt müssen sowohl die Stadt als auch das FEK nach vorne schauen. Insofern bieten die Neubesetzungen der Geschäftsführung des FEK durch Svenja Ehlers und des Aufsichtsratsvorsitzes mit Dr. Olaf Tauras Ende letzten Jahres die Chance, einen Schlussstrich zu ziehen und unbelastet nach vorne zu sehen. Beide sind zu einem Zeitpunkt angetreten, als das Kind schon im Brunnen lag, beide haben sich bemüht, zu retten, was zu retten ist, aber es war offensichtlich schon zu spät.
Jetzt muss in schwierigen Zeiten alle Kraft der Sicherung der Zukunft des FEK als kommunalem Schwerpunktkrankenhaus gewidmet werden. Als Stadt müssen wir uns jetzt darauf konzentrieren, Neumünster als Standort der beruflichen Bildung zu festigen. Wir müssen den Spatz in der Hand pflegen, die Taube ist gerade vom Krankenhausdach Richtung Kiel entfleucht.“